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KERASAL®-Verfahren
Anwendungsbeispiel
Betontechnologie
Verarbeitung
Technische Kenndaten

KERASAL-Verfahren - Instandsetzung von Betonoberflächen in Trinkwasserbehältern mit Microsilica-Spritzmörtel


Das KERASAL® Verfahren, dokumentiert von Dipl.-Ing. Volker Vogt.
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Trinkwasserbehälter

Trinkwasserbehälter sind als wichtige Komponenten eines Wasserversorgungssystems zu verstehen.
Der Gestaltung von Innenflächen, die in direktem Kontakt mit dem gespeicherten Trinkwasser stehen, kommt für einen sicheren Versorgungsbetrieb größte Bedeutung zu.

Hydraulisch gebundene Baustoffe haben sich im Trinkwasserbereich seit Römerzeiten bewährt. In heutigen Trinkwasserversorgungsanlagen bestehen die wasserberührten Flächen in Brunnen, Aufbereitungsfiltern, Behältern und Rohren größtenteils aus zementgebundenen Baustoffen, d.h. aus Beton oder Mörtel.


Anforderungen an Baustoffe

Damit diese Baustoffe sowohl in hygienischer als auch in technischer Hinsicht Eigenschaften aufweisen, die eine Veränderung oder Verunreinigung des gespeicherten Trinkwassers verhindern, müssen sie folgende Anforderungen gem. DIN EN 1508 und DVGW W 300 erfüllen:
  • physikalisch/chemisch/mikrobiologische Unbedenklichkeit
  • Wasserundurchlässigkeit
  • Betriebsfreundlichkeit durch glatte, porenfreie und homogene Oberflächen
  • hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische, chemische und hydrolytische Angriffe
  • Langlebigkeit verbunden mit Wirtschaftlichkeit

KERASAL®-Verfahren / Betontechnologie

Für die Instandsetzung und Beschichtung von schadhaften Betonoberflächen in Trinkwasserbehältern bietet sich an, systemkonform einen Spritzbeton zu verwenden, der zur Erfüllung der o.g. Anforderungen in seiner Zusammensetzung einer hochdichten Packung entspricht. Bei der Entwicklung des KERASAL®Microsilica-Spritzmörtels wurde dieses Prinzip berücksichtigt. Unter Verwendung von geeigneten Zementen, Zuschlägen mit optimaler Kornabstufung sowie anorganischen Zusatzstoffen wie Microsilica (Silicafume) als Füller und zur Nutzung der puzzolanischen Wirkung wird ein hochfester und hochdichter Spritzbeton hergestellt. Aus mikrobiologischen Gründen wird auf organische Zusätze oder Zusatzmittel verzichtet. Durch Verwendung von Feinstanteilen wie Silicafume werden die Kohäsionskräfte des Frischbetons erhöht und damit der Rückprall stark reduziert. Microsilica ist ein feinstkörniger, anorganischer, weitgehend amorpher Betonzusatzstoff nach DIN 1045, der bei der Silizium-Produktion durch Abfiltern der Rauchgase anfällt. Der gewonnene Silikastaub (Silicafume) besteht zu ca. 95 % aus Siliziumdioxid. Microsilica bewirkt eine zusätzliche Zementsteinbildung. Aus leichtlöslichem Calciumhydroxid wird schwerlösliches Calcium-Silicat-Hydrat (C-S-H) gebildet, was zu einer erheblichen Erhöhung von Druckfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Hydrolyse führt.


KERASAL-Verfahren / Verarbeitung

In Trinkwasserbehältern werden je nach Erfordernis Schichtdicken von 1,5 - 3,0 cm aufgespritzt. Wegen des verwendeten Größtkorns von bis zu 4 mm handelt es sich um einen Spritzmörtel, der wie Spritzbeton gem. DIN 18551 genormt ist und überwacht wird.

Der mit Silicafume vergütete KERASAL®-Spritzmörtel kann nach flächigem, einlagigem Aufspritzen geebnet und geglättet werden, um den Erfordernissen einer glatten, nahezu porenfreien Oberfläche in Trinkwasserbehältern zu entsprechen. Voraussetzung für eine hohe und gleichmäßige Dichte und Oberflächenglätte eines Spritzmörtels ist die Anwendung des Naßspritzverfahrens mit Förderung des nassen Gemisches im Dünnstrom. Mit diesem in der DIN 18551 genormten Verfahren wird erreicht, daß der (w/z)-Wert der aufgespritzten Schicht konstant ist. Das Aufbringen einer weiteren Glättschicht oder einer Mineralisierung der Oberfläche erübrigt sich.

Das KERASAL-Naßspritzverfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß der Trockenmörtel nach Zugabe von Anmachwasser ca. 5 Min. gemischt und anschließend mit Druckluft im Dünnstrom zur Spritzdüse gefördert wird. Bei anderen Spritzverfahren können Wasser oder Luft individuell an der Spritzdüse dosiert werden, womit unkontrollierte und unregelmäßige Durchmischungen nicht auszuschließen sind.

Zur Vermeidung von Entmischungen des Spritzmörtels bei der Beschichtung von horizontalen Flächen (Böden) wird ein KERASAL-Nachmischer verwendet.


Technische Kenndaten
für Microsilica-Spritzmörtel der Produktgruppe KERASAL® ANS 14
  • Microsilica-Spritzmörtel gem. DIN 18551, eigen- und fremdüberwacht
  • spezielles Naßspritzverfahren mit Förderung im Dünnstrom gem. DIN 18551
  • (w/z) eq - Wert  ≤ 0,50
  • wahlweise C 16/20 bis C 35/45 einsetzbar im statisch wirksamen Bereich
  • Luftporengehalt Frischmörtel ≤ 5 %
  • Porosität ≤ 12 % (28 Tage, Quecksilberdruckporosimetrie)
  • Verwendung von güteüberwachten
    • Zementen nach DIN EN 197-1
    • Gesteinskörnung gem. DIN EN 12620, frei von organischen Verunreinigungen, Quarzsand 0-2 mm / 0-4 mm
    • anorganischen Zusatzstoffen nach DIN 1045 (Silikastaub)
  • keine Verwendung von Zusatzmitteln
  • Lieferung des Trockenmörtels in 25 kg - Papiersäcken, keine Siloware zur Vermeidung von Entmischungen
  • einlagige Beschichtung von Wänden, Stützen und Decken über alle Untergrundunebenheiten mit abschließender Glättung, Regelschichtdicke 15 mm
  • einlagige Beschichtung von Böden mit Nachmischung und drucklosem Einbau des Spritzmörtels, Regelschichtdicke 20 mm
  • Korrosionsschutz gem. DIN 1045
  • mehrlagige, bewehrte, statisch wirksame Beschichtung bis 80 mm Dicke
  • Eignung für den Einsatz im Trinkwasserbereich gemäß DIN EN 1508, DVGW-Arbeitsblatt W 300 und nach Prüfung gem. DVGW-Arbeitsblättern W 347 und W 270
  • Spritzmörtel mit hohem Widerstand gegen Hydrolyse, chemische Angriffe und mechanischen Abrieb
  • seit 1992 erfolgreiche Anwendung in Trinkwasserbehältern
  • wirtschaftliches Verfahren wegen großer Langlebigkeit bzw. unter Berücksichtigung gleicher Abschreibungsfristen wie bei Betonbauwerken